{Aktion} Bookish Sunday #56


 Heute nehme ich mal wieder an der Aktion der lieben Ines von The Call of Freedom and Love teil. Die heutige Frage lautet:
 Magst du eher die Bad Boys oder die Good Guys?

Auf so eine Frage habe ich schon so lange gewartet, da ich mich zu dem Thema schon lange äußern wollte. Denn ich bin definitiv Team Good Guy und damit wohl ziemlich alleine.
(Ich möchte hier noch kurz erwähnen, dass ich die richtigen Bad Boys, wie es sie in New Adult Geschichten gibt, nur aus Berichten, Klappentexten oder Leseproben beurteilen kann, da ich diese Art von Büchern nicht lese.)

Ich kann den Hype um die Bad Boys echt nicht nachvollziehen, da sie für mich eigentlich alle gleich sind. Aussehen (in den meisten Fällen): blaue, aber kalte Augen, schwarze Haare und eine Menge Muskeln (worauf man von der Protagonistin gefühlt alle zwei Sekunden hingewiesen wird). Beim Charakter gibt es für mich zwei Sorten: Good Guy mit Bad Boy Image oder wirklichen Bad Boy. Und mit beiden kann ich nichts anfangen. Denn am Anfang der Geschichte benehmen sie sich meist gleich: Sie sind arrogant, unnahbar oder einfach nur totale Arschlöcher. Im Endeffekt werden sie dann aber zum Ende hin nett, weil:
1. sie im Kern schon immer gut waren (Good Guy mit Bad Boy Image)
2. sie für das Mädchen ändern (Bad Boy)
Ich mag diese Darstellung der "Realität" hier überhaupt nicht. Den was wird den Lesern denn hier vermittelt? Den Jungen wird gesagt: Sei ein Arsch, dann kannst du Jede haben. Den Mädchen wird gesagt: Renne einem Typen so lange hinterher, bis er dich bemerkt, Aussehen ist, was zählt, und auch wenn der Typ ein echtes Arsch ist und dich schlecht behandelt: Entweder wird er sich für dich ändern oder er macht das nur, weil er auf dich steht.
Natürlich habe ich als kleines, 14-jähriges Mädchen nicht wirklich eine Ahnung von der Sache, aber ich kann mit einer großen Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass dies der Realität entspricht. Und falls ich damit falschliegen sollte, dann würde ich das erst recht traurig finde.
Zum Thema "Good Guy mit Bad Boy Image" möchte ich noch sagen, dass sie mir am Ende oft auch sympathisch sein können. Ich finde es aber nicht richtig, dass man dadurch dann vergisst, dass sie am Anfang oft totale Arschlöcher waren.
Und noch ein Grund, der mir gerade eingefallen ist, warum ich die Bad Boys nicht mag: Oft fangen Selbst die stärksten weiblichen Charaktere bei diesen arroganten Typen an zu sabbern und sich wie komplette Idioten zu benehmen. Und das macht den Charakter der Protagonisten für mich so oft kaputt. Denn ich kann bei einem Charakter nicht mehr von stark reden, wenn man nur ein Paar kalte, mysteriöse Augen und optional auch ein paar gut zu sehende Bauchmuskeln braucht, um die Person zur absoluten Marionette zu machen.
Da ich vor allem den Good Guys mit Bad Boy Image in allen Jugendbuch-Genres leider nicht aus dem Weg gehen kann, versuche ich einfach, es so gut wie möglich zu überlesen. Aber wenn ich bei einigen Rezensionen schon lese, dass es in dem Buch ganz schlimm sein soll, dann lese ich es erst gar nicht. Das ist auch der Grund, warum ich die Obsidian-Reihe nicht lesen werde.
Ich könnte zu dem Thema noch so viel mehr sagen, aber ich hatte sowieso vor, darüber noch einen ausführlicheren Post zu schreiben, in den ich dann auch ein paar ähnliche Themen mir reinnehmen werde.
Mich würde jetzt mal von allen, die die Bad Boys so toll finde, wirklich mal interessieren, warum. Ich habe versucht, es zu verstehen, habe es aber leider nicht geschafft. Also bitte, helft mir weiter :)

Euer Einhorn 

Kommentare:

  1. Hallo Neetje,

    ich kann deine Meinung total verstehen. Zum Einen mag ich es auch gar nicht, wenn Mädchen Jungen nur nachrennen und ihren Verstand am Eingang abgeben. Oder wenn es nur über das Äußere läuft. Zum Anderen: Für mich gibt es eine Grenze, die überschritten wird, wenn ein Mädchen wirklich wie der letzte Dreck behandelt wird. Scheinbare Überheblichkeit, abweisende Ader und Schlagabtausche sind das Eine. Jemanden bewusst zu verletzten etwas ganz anderes.
    Daher will ich Bad Boys gar nicht pauschalisiert befürworten. Allerdings: Charaktere mit einer abweisenden, düsteren und überheblichen Art können bei gelungener Konstruktion ziemlich viel Tiefe aufweisen. Weil Menschen generell dazu tendieren, nicht immer so zu handeln, wie sie denken.
    Wobei ich dieses "Ich ändere mich für das Mädchen"-Zeug nur dann ernst nehmen kann, wenn es gelungen ist. Und Mädchen, die Typen hinterherrennen, mag ich per se nicht. Da ziehe ich die Protagonistinnen vor, die Paroli geben.
    Letztendlich gehts mir also weniger um die Attraktivität als vielmehr um den Charakter selber, denn wenn man das Verhalten (innerhalb der oben gesetzten Grenzen) nachvollziehbar begründen will, muss der Charakter zwangsläufig tiefgründig und komplex sein.
    Ich schätze, was gut umgesetzt ist, empfindet aber auch wieder jeder anders.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hey Dana,

      da hast du natürlich recht. Das Problem ist nur, dass mir noch kein wirklich tiefgründiger Bad Boy über den Weg gelaufen ist. Schade eigentlich...

      Ich bin echt froh, dass ich nicht die einzige bin, die das Ganze nicht ganz so ansprechend findet, da ich mich manchmal echt frage, warum alle z. B. Twilight so toll finden. Ich habe bis jetzt nur die Filme gesehen, und die waren zwar irgendwie auch spannend, aber Bella ist für mich einfach das schwache Mädchen in Person, welches alles dafür tut, um einem Typen zu gefallen.

      Naja, ich hoffe einfach, dass mir noch ein paar tolle männliche Charaktere unterkommen, ob jetzt Bad Boy oder Good Guy ist mir eigentlich egal, denn irgendwie können mich die meisten Typen nicht so wirklich begeistern :(

      Liebe Grüße
      Neetje

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    2. Wobei "Twilight" ja nochmal so ein Thema für sich ist. Ich kenne, glaube ich, keine*n Buchblogger*in, der/ die das heute noch uneingeschränkt liebe, und gerade die Bella-Edward-Beziehung wird vielfach kritisiert.

      Liebe Grüße nochmal :)

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  2. Zwar muss ich sagen, dass mir die Obsidian Reihe gut gefällt, aber ich ansonsten ziemlich genau mit deiner Meinung überein stimme :) Daran scheitern bei mir auch jedes Mal die Versuche in das New Adult Genre einzusteigen oder eine Jugendbuch zu lesen, bei welchem schon im Klappentext klar wird: hier findet man den typischen 0815 Bad Boy. Leider findet man selten mal einen niedlichen und schüchterneren Jungen, einen der noch andere Hobbys außer anscheinend Body Building oder einfach einen liebenswürdigen normalen Jungen und wenn, ist es der Böse :/
    Super Post übrigens :)!

    Liebe Grüße
    Saskia

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